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Kickboxen in Rheinbach

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Kickboxen ist auch eine dieser Sportarten, auf die ich erst durch das Fotografieren aufmerksam geworden bin. Während meiner Suche nach fotografisch attraktiven Sportarten bin ich nämlich auf den Kickboxverein Tomburg Boxing Rheinbach e.V., quasi vor meiner Haustür, gestoßen. Die Kontaktaufnahme war sehr nett und unkompliziert, und so gab es vor einer Woche einen spannenden Fototermin mit der Trainerriege des Vereins.

Ich hatte mir in der Vorbereitung des Termins schon ein paar Gedanken über mögliche Motive gemacht. Allerdings war mir auch klar, dass ich auf die gestalterische Mitarbeit der Sportler angewiesen sein würde, denn um konkrete Vorgaben was das Posing angeht machen zu können, hatte ich von der Sportart einfach viel zu wenig Ahnung. So ließ ich die Sportler im Wesentlichen einfach machen und versuchte, das Ganze irgendwie optisch ansprechend fotografisch einzufangen. Dazu probierten wir mehrere Setups – mal mit und mal ohne Blitz – sowie unterschiedliche Kombinationen aus. Auch in der Nachbearbeitung der Fotos wendete ich unterschiedliche Stile an, von denen ich Euch drei hier einmal kurz zeigen möchte.

Der dunkle Hintergrund

Hier habe ich bereits während der Aufnahme versucht, das Motiv mit einem gebündelten, harten Blitzlicht zu erfassen und die Umgebung bereits möglichst dunkel zu bekommen. Den Rest habe ich dann während der Nachbearbeitung nachgedunkelt, was je nach Struktur des Hintergrundes eine ziemliche Friemelarbeit sein kann.

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Das Ergebnis ist ein Foto, das sehr grafisch und „clean“ wirkt. Dadurch geht allerdings der Kontext der Aufnahme komplett verloren: Man sieht nichts mehr von der Umgebung; das Bild könnte auch irgendwo im Studio entstanden sein.

Um die Konturen gegen den dunklen Hintergrund noch ein wenig herauszuarbeiten, habe ich teilweise auch einen zweiten Blitz eingesetzt, der den Sportler zusätzlich von hinten beleuchtet. In dem folgenden Beispiel habe ich diesen Blitz bewusst mit ins Bild genommen und die Abdunklung des Hintergrundes etwas aufgelöst.

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Durch den strengen Aufbau haben weder Sportler noch Fotograf die Möglichkeit, sich stark von ihrer Position fortzubewegen. Das hat natürlich auch Vorteile und die fast grafische Klarheit verleiht den Fotos einen gewissen Reiz.

Um aber Bilder mit einem eher dokumentarischen Charakter zu bekommen, verlagerten wir uns in den Ring. Auch die Ausleuchtung und Bearbeitung wurde eine ganz andere.

Schwarzweiß

Ein Klassiker, der immer wieder gerne genutzt wird, um die Strukturen des Motivs zu betonen. In diesem Fall habe ich den Bildlook noch ein wenig in die Richtung „körniges Filmmaterial“ und der Sportart entsprechend mit starken Kontrasten entwickelt.

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Diese beiden Fotos sind ohne Blitzunterstützung nur mit dem vorhandenen Licht aus den großen Deckenfenstern entstanden. Dazu musste ich den ISO-Wert der Kamera allerdings schon ganz schön hochregeln, um die benötigte kurze Verschlusszeit zu erreichen.

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Der eingefärbte Retro-Look

Irgendwann war es dann aber vorbei mit dem verfügbaren natürlichen Licht, und die letzte Runde ging wieder mit Blitz über die Bühne. Die Fotos habe ich in der Nachbearbeitung erst entsättigt und dann wieder leicht eingefärbt.

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Dieser leichte Retro-Look gefällt mir sehr gut und verleiht den Bildern eine ganz spezielle, zeitlose Atmosphäre.

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Dadurch, dass ich mit den beiden Kämpfern im Ring stand (zum Glück sind die beiden Profis und wissen, was sie tun) sind Fotos entstanden, wie man sie bei einem echten Kampf kaum bekommen dürfte.

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Welcher dieser drei Bildstile mir am besten gefällt, kann ich gar nicht so genau sagen. Jeder hat irgendwie seinen speziellen Reiz, und es kommt einfach darauf an, wofür die Fotos gedacht sind und wofür sie verwendet werden sollen.

Was das Fotografieren an sich angeht, hat mir der dokumentarische Teil im Ring am meisten Spaß gemacht. Vielleicht, weil ich selbst dabei in Bewegung gekommen bin, was für gute Fotos immer förderlich ist. Und weil die kampfähnliche Situation, bei der es für den Fotografen darauf ankommt, in Sekundenbruchteilen den optimalen Moment zum Auslösen zu erwischen, meiner Arbeitsweise einfach am nächsten kommt.

Kommentare 3

  1. Verdammt geile Serie. Ich weiß was Du für eine Heidenarbeit hattest.
    Danke für die Fotos.

    Viele Grüße,

    Claus

  2. Sehr schöne Fotos dabei . Vielen Dank für Deine Zeit !
    Liebe Grüße Willi

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