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Portraitsession mit Celine

Portraitfotografie Stefan Wiede

Der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch an meinen Blogbeitrag über Celine, die 2020 eine Sportportrait-Fotosession bei mir gewonnen hatte. Damals lag der Schwerpunkt ja eindeutig auf der Sportlerin Celine und ihre für viele unbekannte Sportart Irish Dance. Spätestens nach ihrer „Verwandlung“ (wer jetzt neugierig geworden ist, darf sich den Post von damals gerne nochmal anschauen) trat sie auf den Bildern als Persönlichkeit ja fast vollkommen in den Hintergrund.

Als wir uns diesen Herbst wieder zu einer Fotosession trafen, sollte das ganz anders sein. Die Idee war, eine sehr persönliche Fotoserie zu erstellen. Schlicht, reduziert und ganz auf die Person konzentriert.

Eine Wohnung, ein Fenster und viel Gequatsche

Dazu trafen wir uns bei ihr zuhause, als Lichtquelle diente im Wesentlichen ein einziges Fenster ihrer Dachgeschosswohnung. Das Fotografieren lief dann so ab, wie ich es eigentlich am liebsten mache: Wir unterhielten uns einfach, und ich machte zwischendurch ein paar Fotos.

Das klingt jetzt sehr einfach und das ist es im Prinzip auch. Wenn ich Menschen portraitiere, möchte ich eine möglichst natürliche Atmosphäre schaffen und auf konstruierte Posen verzichten. Ich möchte den Menschen vor der Kamera so zeigen, wie er ist. Nicht so, wie ich ihn mir vorstelle oder jemand anders ihn sich vorstellt. Daher verzichte ich auch größtenteils auf konkrete Anweisungen sondern warte einfach, was sich ergibt.

Zugegeben – dieses Arbeiten ist für viele Menschen erst einmal etwas verwirrend. Denn viele erwarten bei einer Fotosession ganz konkrete Anweisungen. „Setz dich mal dort auf den Stuhl, den Kopf etwas nach links, die linke Schulter etwas tiefer, usw…“ Das ist bei vielen Arten der Fotografie auch notwendig, zum Beispiel in der Beauty- oder Modefotografie. In diesen Genres geht es allerdings auch überhaupt nicht um die Person an sich. Das Model dient dann lediglich dazu, etwas anderes – die Mode, ein Produkt, ein künstlerisches Konzept oder was auch immer – zu präsentieren. Bei der Portraitfotografie geht es aber um etwas Anderes.

Darum fotografiere ich Portraits auch anders und versuche aus dem Gespräch heraus möglichst authentische Bilder zu machen. Dabei entstehen Bilder, die sich oftmals von denen unterscheiden, die die fotografierte Person bisher von sich hatte. Die vielleicht auch manchmal Seiten zeigen, die man so noch nicht auf Fotos festgehalten hat. Das muss man wollen und sich darauf einlassen. Wer also glattgebügelte Posingfotos für die Instagram-Story haben möchte, wäre bei mir sicherlich nicht an der richtigen Adresse.

Ich zeige Euch hier ein paar Bilder aus der Fotosession mit Celine. Am Ende hänge ich noch ein kleines Stückchen Musik dran, das meiner Meinung irgendwie nach sehr schön passt. Zum Thema Musik beim Fotografieren werde ich in Kürze ohnehin noch ein wenig mehr schreiben…

Portrait in Schwarzweiß
Portrait Celine
Portrait in Schwarzweiß bei Fensterlicht

4 Kommentare

  1. Tolle Bilder und ein eindrucksvoller Text! Ehrlich gesagt kann ich die ganzen 08/15 „Portrait“-Fotos in den unzähligen Fotografen/Model-Communitys nicht mehr sehen, mit austauschbaren Models in immer denselben albernen Posen. Bei einem Portrait kommt es darauf an, das Wesen des Abgebildeten zu erfassen. Genau das fehlt mir leider viel zu oft, sondern es wird nur darauf geachtet, dass das Model gut und attraktiv rüberkommt. Von daher würde ich sagen: Mach weiter so!

  2. Ist ja gut und schön, aber wenn ich zu einem Fotgrafen gehen, möchte ich Fotos haben auf denen ich gut aussehe zum zeigen auf fb und insta. Und ich erwarte dass der Fotograf mir hilft gut auszusehen. Schnappschüsse kann auch mein Freund mit dem Handy machen.

    • Vielen Dank für Deine Meinung zum Thema. Wie ich im Post ja auch schon schrieb, muss man diese Art von Bildern mögen und wollen. Auch im klassischen Sinne schöne Bilder haben natürlich ihre Berechtigung und es es ja auch gar nichts dagegen zu sagen. Allerdings finde ich, dass sich Authentizität und Ästhetik bzw. Schönheit ja nicht ausschließen müssen.

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