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Das Gesicht und der Ball

rugby-6Zugegeben – das ist  vielleicht ein etwas seltsamer Titel, aber ich werde Euch gerne erklären, was es damit auf sich hat. Er bezieht sich auf einen der essentiellen Tipps, die man immer wieder liest, wenn man anfängt sich mit der Sportfotografie zu beschäftigen – zumindest wenn es um Ballsportarten geht. Der Ball muss mit aufs Bild und das Gesicht des Hauptakteurs Eures Fotos ebenfalls. Wenn der Ball nicht zu sehen ist, gibt es auf dem Bild keinen vernünftigen Kontext und der Betrachter kann sich nicht erklären, warum die Leute auf dem Foto so angestrengt aussehen und so hektisch in der Gegend herumlaufen. Also weg mit dem Foto. Ist das Gesicht des Spielers, der das Hauptmotiv darstellt, nicht zu sehen, ist das Foto wertlos. Weg damit. Wer einmal aufmerksam Sportfotos betrachtet stellt fest, dass diese Regel fast immer eingehalten wird.

Somit reduziert sich die Bilderausbeute bei einem Spiel ganz enorm, denn sehr oft verschwindet im Gewusel des Spiels entweder der Ball oder der Kopf hinter anderen Spielern oder das Motiv selbst schlägt plötzlich einen Haken. Genau diese Schwierigkeit bei der Fotografie einer Ballsportart ist mir heute wieder sehr bewusst geworden, als ich die Rugby-Partie des RC Hürth gegen RC Aachen II fotografierte. Ich war eigentlich nur zum Spaß dort und nutzte die Gelegenheit, um ein wenig zu üben. Bei Ballsportarten fühle ich mich nicht wirklich Zuhause und daher bin ich für jede „Trainingseinheit“ dankbar. Wer das gleiche auch einmal probieren möchte, dem kann ich eigentlich nur den selben Tipp geben, wie er auch für andere Sportarten gilt: Sucht Euch die kleinen Veranstaltungen und Vereine oder weniger populäre Randsportarten. Ihr kommt dort dichter an das Geschehen heran und meistens ist der Verein froh, wenn überhaupt jemand da ist, der fotografiert.

Um noch einmal auf die eingangs erwähnte Regel „Ball und Kopf“ zurück zu kommen: Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen und wie immer muss man sich nicht sklavisch daran halten. Dies gilt vor allem für diejenigen unter Euch, die ihre Fotos nicht an Sportredaktionen oder Vereine verkaufen wollen, sondern nur für sich (und die Kunst natürlich) fotografieren. Ihr werdet aber feststellen, dass es für die Bildaussage durchaus förderlich sein kann, diese Regel beim Fotografieren im Hinterkopf zu behalten.

Hier noch ein paar weitere Fotos der heutigen Partie. Ich habe mich für eine Schwarzweiß-Bearbeitung entschieden, weil dies meiner Meinung nach die Dramatik der Fotos noch einmal steigert.

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  1. Pingback: Lacrosse bei den Schwarz-Weiß Cologne Indians - Sportfotografie Stefan Wiede

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