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Motocross-EM in Ohlenberg 2016

MX_Ohlenberg_2016 IMBA Leader

Nachdem diese Motocross-Saison für mich bisher fotografisch eher unbefriedigend gelaufen ist, stand am vergangenen Wochenende wieder das traditionelle Rennwochenende beim MCC Ohlenberg an. An zwei Tagen fanden zahlreiche Pokal- und Meisterschaftsläufe der verschiedensten Klassen mit hochklassigen Motocross-Fahrern aus mehreren europäischen Ländern statt.

MX_Ohlenberg_2016 Startphase

MX_Ohlenberg

Es war wieder einmal eine Top-Veranstaltung, und obwohl die Wettervorhersage für den Sonntag ein ähnlich schlammiges Vergnügen wie im letzten Jahr befürchten ließ, zogen die dicksten Regenwolken an Ohlenberg vorbei und es wurde gegen Ende eher eine staubige Angelegenheit.

Alles bestens also, und damit zwei Tage voller sportlicher Action mit vielen spannenden Motiven. Fotografisch wie immer durchaus anspruchsvoll aber lohnenswert, wie ich finde.

MX_Ohlenberg_2016

MX_Ohlenberg_2016

MX_Ohlenberg_2016 Sprung

MX_Ohlenberg_2016

MX_Ohlenberg_2016Mittlerweile habe ich den Ehrgeiz entwickelt, bei der Sportfotografie mit immer längeren Belichtungszeiten zu arbeiten. Hierbei zeigt sich nämlich sehr schön die Bewegung und Dynamik des Sports. Allerdings ist es schon ziemlich schwierig, dabei das Motiv scharf abgebildet zu bekommen. Das funktioniert eigentlich nur mit Mitziehern, wobei beim Fotografieren auch jede Menge Ausschuss entsteht. Bei Belichtungszeiten von 1/100 oder noch mehr bei solch einer schnellen Sportart wie Motocross, kombiniert mit einer eher weitwinkligen Brennweite von 30 oder sogar 20mm, ist der Schärfebereich schon extrem klein. Nicht umsonst wird für Mitzieher normalerweise eine eher längere Brennweite empfohlen, um das Motiv auch wirklich komplett scharf abzubilden.

Mitzieher mit Weitwinkel sind eher unüblich und der Bildlook schon sehr ungewöhnlich. Sicherlich wird er auch nicht jedem gefallen, ich finde ihn aber extrem spannend und werde in Zukunft sicherlich noch mehr mit dieser Technik experimentieren. Wer Fotos von vorne bis hinten knackscharf haben muss, wird damit sicherlich nicht glücklich werden. Denn gerade beim Motocross ist die Bewegung nicht gradlinig und sowohl Fahrer als auch Maschine eigentlich ständig unkontrolliert (für den Fotografen – für den Fahrer im Idealfall nicht) in Bewegung. Daher muss man bei der Schärfe durchaus Abstriche machen, aber man kann nicht alles haben…

Ich zeige hier einmal ein paar Beispiele, wobei das letzte schon ziemlich extrem ist.

MX_Ohlenberg_2016

MX_Ohlenberg

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Weitere Fotos vom Europameisterschafts-Wochenende in Ohlenberg sind in meinem flickr-Album zu finden.

Kommentare 3

  1. Ich selbst habe mit Sportfotografie nicht viel am Hut, sondern lichte hauptsächlich Landschaften und Architektur ab. Das ist nicht so hektisch 😉 Trotzdem sehe ich mir gerne Sportfotos an und finde, Du bist da auf einem richtigen Weg. Ich glaube Stephan Wiesner hat mal sinngemäß gesagt, daß man sich Sportfotografie bis zu einem gewissen Grad einfach kaufen kann. Was er meint ist: Eine gute (=teure) Kamera, ein dickes (=teures) Teleobjektiv, Belichtungszeit + 1/1000 sec., höchste Serienbildrate und dann „Feuer frei!“. Und in der Tat sehen die meisten Fotos so aus. Schön eingefroren aber sonst nix. Da finde ich Fotos, wo richtig was los ist, 100mal besser. Und wenn die Schärfe ein wenig auf der Strecke bleibt: So what!

    1. Post
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      Hallo Jürgen,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Was ich noch vergessen habe: Natürlich muss man nahe genug an die Strecke herankommen, um weitwinklige Mitzieher machen zu können. Aus 10 Metern Entfernung wird es nicht funktionieren, und natürlich ist das nicht überall möglich.
      Noch ein anderer Punkt: Viele Fahrer sind an den Ergebnissen solcher „Experimente“ auch gar nicht interessiert. Sie wollen, dass jedes Detail erkennbar ist, also auch das neue Teil X an der Maschine oder die neue Kombi. Wichtig ist einfach, welchen Zweck die Fotos erfüllen sollen. Für eine rein dokumentarische Verwendung z.B. in einer Tageszeitung ist genauso eine möglichst scharfe „+1/1000“-Aufnahme gefragt wie für Fotografen, die von jedem Fahrer ein Bild erwischen müssen und dafür nur einen Versuch haben. Da sind dann wirklich keine Experimente angesagt. Das ist nunmal der Vorteil von uns Amateuren, dass wir die Fotos so gestalten können, wie wir wollen und uns nach keinem Auftraggeber richten müssen. Wenn die Fotos dann auch anderen gefallen ist das super, wenn nicht, ist es schade aber kein Beinbruch.

  2. Pingback: Motocross Europameisterschaft Ohlenberg 2015 - Sportfotografie Stefan Wiede

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